Power BI Lizenzen und Kosten: Was ein Krankenhaus wirklich braucht

Welche Power-BI-Lizenz Controlling, Fachbereiche und Geschäftsführung brauchen, was sie kosten, ab wann sich eine Fabric-Kapazität rechnet und welche Kosten neben den Lizenzen anfallen.

Foto: Michael DeinhardGeschäftsführer, Berater und Trainer

Veröffentlicht am 6 Min. Lesezeit

Kurze Antwort

Power BI kostet im Krankenhaus je nach Nutzung zwischen null und einigen tausend Euro im Monat. Power BI Desktop ist kostenlos. Wer Berichte veröffentlicht, teilt oder geteilte Berichte ansieht, braucht in der Regel Power BI Pro für 12,10 Euro oder Premium Per User für 20,80 Euro pro Nutzer und Monat (jährliche Abrechnung, zuzüglich Mehrwertsteuer). Ab einer Microsoft-Fabric-Kapazität F64 können reine Leserinnen und Leser ohne eigene Lizenz zugreifen – das lohnt sich rechnerisch ab rund 450 Lesenden.

Stand: November 2026. Microsoft passt Preise und Lizenzbedingungen regelmäßig an; maßgeblich sind die Preisseiten von Microsoft und das Angebot Ihres Lizenzpartners.

Das Wichtigste in Kürze

  • Lizenzen richten sich nach der Rolle: Wer Berichte baut, braucht Pro oder Premium Per User – wer liest, je nach Arbeitsbereich ebenfalls.
  • In Microsoft 365 E5 und Office 365 E5 ist Power BI Pro bereits enthalten. Ein Blick in die bestehenden Verträge spart oft Geld.
  • Die frühere Power-BI-Premium-Kapazität (P-SKU) wird durch Fabric-Kapazitäten (F-SKU) abgelöst; erst ab F64 dürfen Leser ohne eigene Lizenz zugreifen.
  • Die Lizenzen sind selten der größte Kostenblock: Datenanbindung, Datenmodell, Betrieb und Schulung kosten in den meisten Projekten mehr.
  • „Im Web veröffentlichen“ ist keine kostenlose Alternative – damit werden Berichte öffentlich.

Welche Power-BI-Lizenzen gibt es?

Kurze Antwort

Vier Wege: das kostenlose Konto für die eigene Arbeit, Power BI Pro für Zusammenarbeit, Premium Per User für größere Modelle und häufigere Aktualisierungen sowie eine Fabric-Kapazität, die Leser ohne eigene Lizenz erlaubt.

Lizenz Preis (Stand 11/2026) Wofür Grenzen
Kostenlos (Fabric Free) 0 € Berichte in Power BI Desktop erstellen, persönlicher Arbeitsbereich Kein Teilen, kein Ansehen geteilter Berichte in Pro-Arbeitsbereichen
Power BI Pro 12,10 € pro Nutzer und Monat Berichte veröffentlichen, teilen, gemeinsam bearbeiten und ansehen Datenmodell bis 1 GB, bis 8 geplante Aktualisierungen pro Tag
Premium Per User (PPU) 20,80 € pro Nutzer und Monat (als Zusatz zu Pro oder E5: 12,10 €) Wie Pro, dazu größere Modelle und erweiterte Funktionen Lesende brauchen ebenfalls PPU
Fabric-Kapazität (F-SKU) nach Größe, z. B. F64 rund 5.487 € pro Monat bei Reservierung Gemeinsame Rechenkapazität für Power BI und alle Fabric-Werkzeuge Freie Lesezugriffe erst ab F64; Autoren brauchen weiterhin Pro

Preise für Pro und Premium Per User laut Microsoft bei jährlicher Abrechnung, zuzüglich Mehrwertsteuer. Fabric-Preise laut Azure-Preisrechner für die Region Deutschland West-Mitte mit einjähriger Reservierung; ohne Reservierung kostet F64 rund 9.227 € pro Monat.

Für öffentliche Einrichtungen und gemeinnützige Organisationen bietet Microsoft eigene Preise an. Ob ein Krankenhaus darunter fällt, hängt vom Träger und den Programmbedingungen ab und sollte mit dem Lizenzpartner geklärt werden.

Welche Rolle braucht welche Lizenz?

Kurze Antwort

Entscheidend ist, wer Berichte erstellt, wer sie verteilt und wer sie nur liest. Im Krankenhaus sind die meisten Nutzer Lesende – das bestimmt die Kosten.

Rolle im Krankenhaus Typische Nutzung Empfohlene Lizenz
Medizincontrolling, Finanzcontrolling, BI-Team Datenmodelle und Berichte bauen, veröffentlichen Pro, bei großen Modellen oder vielen Aktualisierungen Premium Per User
Power-User in Fachbereichen (z. B. Pflegedirektion, Qualitätsmanagement) Eigene Auswertungen auf gemeinsamen Datenmodellen Pro
Geschäftsführung, Chefärztinnen und Chefärzte, Stationsleitungen Berichte und Dashboards lesen, filtern, abonnieren Pro – oder ohne eigene Lizenz, wenn die Inhalte auf F64 liegen
IT und Datenbankadministration Gateway, Datenquellen, Mandanteneinstellungen Pro für die Verwaltung der Arbeitsbereiche

Was kostet das konkret? Zwei Rechenbeispiele

Kurze Antwort

Für ein Haus mit 50 Nutzenden reichen Pro-Lizenzen für rund 7.300 Euro im Jahr. Ein Klinikverbund mit mehreren hundert Lesenden fährt mit einer F64-Kapazität günstiger.

Beispiel 1: Krankenhaus mit 400 Betten

10 Personen im Controlling und BI-Team erstellen Berichte, 40 Führungskräfte lesen sie.

  • 50 × Power BI Pro × 12,10 € = 605 € pro Monat, rund 7.260 € pro Jahr
  • Sind die Führungskräfte bereits mit Microsoft 365 E5 ausgestattet, entfallen deren 40 Lizenzen.

Beispiel 2: Klinikverbund mit 600 Lesenden

15 Personen erstellen Berichte, 600 Führungskräfte und Stationsleitungen lesen sie.

Variante Rechnung Kosten pro Monat
Alle mit Pro 615 × 12,10 € 7.441,50 €
F64 (reserviert) plus Pro für die Autoren 5.486,78 € + 15 × 12,10 € 5.668,28 €

Die Kapazität ist hier rund 1.770 Euro im Monat günstiger und bringt zusätzlich die Fabric-Werkzeuge für Datenintegration, Lakehouse und Data Warehouse mit. Bei rund 450 reinen Lesenden liegen beide Varianten etwa gleichauf. Kleinere Kapazitäten (F2 bis F32) sind deutlich günstiger, erlauben aber keine Lesezugriffe ohne Pro-Lizenz – sie lohnen sich vor allem für Datenintegration und Lakehouse.

Welche Kosten entstehen neben den Lizenzen?

Kurze Antwort

Datenanbindung, Datenmodell, Infrastruktur, Betrieb und Schulung. In den meisten Krankenhausprojekten übersteigen diese Kosten die Lizenzkosten deutlich.

  • Datenanbindung: Zugriff auf KIS, ERP, Dienstplan und Kostenrechnung, meist über eine Staging-Schicht in einem Data Warehouse oder Lakehouse statt direkt auf das Produktivsystem.
  • Infrastruktur: Ein lokales Datengateway (Server oder virtuelle Maschine) für Quellen im eigenen Rechenzentrum; gegebenenfalls Datenbank- oder Fabric-Kapazität.
  • Datenmodell und Berichte: Ein sauberes semantisches Modell mit abgestimmten Kennzahlen ist der wichtigste Einzelposten – und entscheidet über die Akzeptanz.
  • Betrieb und Governance: Arbeitsbereiche, Berechtigungen bis auf Zeilenebene, Aktualisierungen, Überwachung, Verantwortliche je Bericht.
  • Schulung: Ohne geschulte Power-User bleibt die Abhängigkeit vom BI-Team hoch. Ein Lernpfad von den Grundlagen bis zur Zertifizierung PL-300 zahlt sich schnell aus.

Wie eine Power-BI-Einführung im Krankenhaus abläuft, beschreibt der Artikel Power BI im Krankenhaus; welche Kennzahlen das Controlling braucht, der Artikel Krankenhaus-Controlling mit Power BI.

Typische Fehler bei der Lizenzplanung

  1. Lesende vergessen: Berichte in Pro-Arbeitsbereichen können nur Nutzer mit Pro-Lizenz ansehen. Wer nur die Autoren lizenziert, stellt bei der Freigabe fest, dass niemand die Berichte öffnen kann.
  2. „Im Web veröffentlichen“ als Abkürzung: Die Funktion macht Berichte öffentlich und ohne Anmeldung abrufbar. Im Krankenhaus gehört sie in den Mandanteneinstellungen abgeschaltet.
  3. Premium Per User für alle: Lesende in einem PPU-Arbeitsbereich brauchen ebenfalls PPU. Für die breite Verteilung sind Pro-Arbeitsbereiche oder eine Kapazität meist günstiger.
  4. Zu kleine Kapazität für freie Leser: Erst ab F64 dürfen Nutzer ohne Pro-Lizenz zugreifen.
  5. E5-Lizenzen übersehen: Wer Microsoft 365 E5 hat, besitzt Power BI Pro bereits.
  6. Excel-Export als Ersatz: Exporte umgehen Berechtigungen und Aktualität; sie verlagern die Kosten in manuelle Arbeit und Datenschutzrisiken.

Wie finden Sie die passende Lizenzierung?

  1. Rollen erfassen: Wer baut, wer bearbeitet, wer liest – und wie viele Personen sind es jeweils, heute und in zwei Jahren?
  2. Bestehende Verträge prüfen: Gibt es bereits Microsoft 365 E5 oder eine Premium-Kapazität?
  3. Datenmengen und Aktualisierung abschätzen: Reichen 1 GB Modellgröße und 8 Aktualisierungen pro Tag, oder braucht das Controlling mehr?
  4. Varianten rechnen: Pro für alle, Pro plus Premium Per User für das BI-Team, Kapazität ab F64 für viele Lesende.
  5. Datenplattform mitdenken: Steht ohnehin ein Data Warehouse oder Lakehouse an, kann eine Fabric-Kapazität beides abdecken – siehe die Entscheidungshilfe Power BI oder Microsoft Fabric.
  6. Datenschutz klären: EU-Datenhaltung, Auftragsverarbeitung, Berechtigungskonzept und abgeschaltete Freigabe ins Web vor dem Start festlegen.

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Fazit

Für die meisten Krankenhäuser ist Power BI Pro der Einstieg: rund 12 Euro pro Person und Monat, für ein Haus mittlerer Größe einige tausend Euro im Jahr. Mit wachsender Zahl an Lesenden und dem Wunsch nach einer gemeinsamen Datenplattform wird eine Fabric-Kapazität interessant. Die größere Wirkung auf Kosten und Nutzen haben aber ein gutes Datenmodell, klare Berechtigungen und geschulte Fachbereiche.

Quellen

  1. Power BI – Preise. Microsoft, abgerufen am 02.11.2026.
  2. Microsoft Fabric – Preise. Microsoft Azure, Region Deutschland West-Mitte, Euro, abgerufen am 02.11.2026.
  3. Microsoft Fabric-Lizenzen. Microsoft Learn.

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Häufige Fragen

Was kostet Power BI für ein Krankenhaus?

Power BI Desktop ist kostenlos. Wer Berichte veröffentlicht, teilt oder geteilte Berichte ansieht, braucht in der Regel Power BI Pro für 12,10 Euro pro Nutzer und Monat oder Premium Per User für 20,80 Euro (jährliche Abrechnung, zuzüglich Mehrwertsteuer, Stand November 2026). Ab einer Fabric-Kapazität F64 können reine Leserinnen und Leser ohne eigene Lizenz zugreifen.

Brauchen auch Leserinnen und Leser eine Power-BI-Lizenz?

Ja, solange die Berichte in einem Arbeitsbereich mit Pro- oder Premium-Per-User-Lizenzierung liegen. Ohne eigene Lizenz lesen dürfen Nutzerinnen und Nutzer nur Inhalte auf einer Fabric-Kapazität ab F64 (oder einer bestehenden Premium-Kapazität ab P1).

Ab wann lohnt sich eine Fabric-Kapazität F64?

Rein rechnerisch ab etwa 450 Leserinnen und Lesern: F64 kostet in der Azure-Region Deutschland West-Mitte mit einjähriger Reservierung rund 5.487 Euro pro Monat, das entspricht etwa 453 Pro-Lizenzen. Zusätzlich bietet F64 die Fabric-Werkzeuge für Datenintegration, Lakehouse und Data Warehouse. Autorinnen und Autoren brauchen weiterhin Pro.

Ist Power BI Pro in Microsoft 365 enthalten?

In Microsoft 365 E5 und Office 365 E5 ist Power BI Pro enthalten, in den Plänen E3 und Business dagegen nicht. Für Pro- und E5-Nutzer gibt es Premium Per User als Zusatz für 12,10 Euro pro Nutzer und Monat.

Was ist der Unterschied zwischen Power BI Pro und Premium Per User?

Premium Per User enthält alle Funktionen von Pro und zusätzlich größere Datenmodelle (bis 100 GB statt 1 GB), bis zu 48 statt 8 geplante Aktualisierungen pro Tag sowie erweiterte Funktionen wie XMLA-Lese- und Schreibzugriff. Berichte in einem Premium-Per-User-Arbeitsbereich können nur Nutzer mit Premium-Per-User-Lizenz ansehen.

Darf man Power-BI-Berichte über „Im Web veröffentlichen“ kostenlos teilen?

Technisch ja, im Krankenhaus aber nicht: „Im Web veröffentlichen“ macht einen Bericht ohne Anmeldung für jeden mit dem Link öffentlich zugänglich. Für interne Kennzahlen und erst recht für Patientendaten ist das ausgeschlossen; die Funktion sollte in den Mandanteneinstellungen deaktiviert werden.

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