API (Programmierschnittstelle)
Eine API ist eine definierte Schnittstelle, über die Softwaresysteme automatisch Daten und Funktionen austauschen.
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Die wichtigsten Begriffe rund um Daten, Künstliche Intelligenz, Cybersecurity und Digitalisierung im Gesundheitswesen – kurz und verständlich erklärt.
95 Begriffe in 5 Themen · Stand: Oktober 2026
Eine API ist eine definierte Schnittstelle, über die Softwaresysteme automatisch Daten und Funktionen austauschen.
Application Security umfasst alle Maßnahmen, die Software und Webanwendungen vor Angriffen schützen – von sicherer Entwicklung über Tests bis zum Betrieb. Besonders wichtig ist sie bei Patientenportalen, Online-Terminbuchungen von Arztpraxen und Versichertenportalen von Krankenkassen, über die sensible Daten im Internet erreichbar sind.
Der B3S für die Gesundheitsversorgung im Krankenhaus ist ein von der Deutschen Krankenhausgesellschaft erarbeiteter Sicherheitsstandard, den das BSI als geeignet festgestellt hat. Mit ihm können Krankenhäuser ihre gesetzlichen IT-Sicherheitspflichten erfüllen.
Batch Processing ist die Verarbeitung gesammelter Daten in Paketen zu festen Zeiten, zum Beispiel jede Nacht. Typisch ist die nächtliche Übernahme der Falldaten aus dem KIS in das Data Warehouse eines Krankenhauses oder die monatliche Verarbeitung der Abrechnungsdaten bei einer Krankenkasse.
Big Data bezeichnet Datenmengen, die wegen ihres Umfangs, ihrer Geschwindigkeit oder ihrer Vielfalt mit herkömmlichen Datenbanken kaum noch zu verarbeiten sind. Im Gesundheitswesen gehören dazu etwa die Abrechnungsdaten einer Krankenkasse, die Bild- und Gerätedaten eines Klinikverbunds oder Daten aus der Versorgungsforschung.
Blue Teaming bezeichnet die Verteidigerseite der IT-Sicherheit: Das Blue Team überwacht Systeme, erkennt Angriffe und wehrt sie ab. Im Krankenhaus gehören dazu etwa die Auswertung von Warnmeldungen, das Absichern von Servern und Medizingerätenetzen und die Reaktion auf Vorfälle – oft im Zusammenspiel mit einem SOC.
Das BSI ist die Cybersicherheitsbehörde des Bundes. Es beaufsichtigt die Einrichtungen nach dem BSI-Gesetz, nimmt Meldungen zu Sicherheitsvorfällen entgegen und veröffentlicht Standards wie den IT-Grundschutz.
Business Intelligence umfasst Verfahren und Werkzeuge, mit denen Daten gesammelt, aufbereitet und in Berichten und Dashboards ausgewertet werden. Im Krankenhaus zeigt BI etwa Fallzahlen, Erlöse und Belegung für Geschäftsführung und Controlling, in der Arztpraxis Termine und Abrechnung, in der Krankenkasse die Entwicklung der Leistungsausgaben.
Der C5 ist ein Kriterienkatalog des BSI für die Sicherheit von Cloud-Diensten. Für die Verarbeitung von Gesundheits- und Sozialdaten in der Cloud verlangt § 393 SGB V unter anderem ein aktuelles C5-Testat des Anbieters.
Ein Chatbot ist ein Programm, das Fragen in einem Dialog per Text oder Sprache beantwortet; moderne Chatbots nutzen dafür Sprachmodelle. Im Gesundheitswesen beantworten sie etwa Fragen zu Besuchszeiten und Anfahrt im Krankenhaus, zu Sprechzeiten einer Arztpraxis oder zu Leistungen und Anträgen bei der Krankenkasse – eine ärztliche Beratung ersetzen sie nicht.
Cloud Computing bezeichnet die Bereitstellung von Rechenleistung, Speicher und Software über das Internet nach Bedarf, etwa bei AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud.
Cloud Security umfasst Maßnahmen und Einstellungen, die Daten und Anwendungen in Cloud-Diensten wie AWS, Microsoft Azure oder Google Cloud schützen, etwa Zugriffsrechte, Verschlüsselung und Überwachung. Für Krankenhäuser, Praxen und Krankenkassen ist sie Voraussetzung, um Gesundheitsdaten in der Cloud verarbeiten zu dürfen; § 393 SGB V verlangt unter anderem ein C5-Testat des Anbieters.
Cybersecurity bezeichnet den Schutz von IT-Systemen, Netzen und Daten vor Angriffen aus dem digitalen Raum, etwa durch Schadsoftware, Phishing oder Hacker. Im Gesundheitswesen schützt sie nicht nur Daten, sondern die Versorgung selbst: Fällt das KIS eines Krankenhauses durch einen Angriff aus, müssen Notaufnahmen sich unter Umständen abmelden und Operationen verschoben werden.
Ein Dashboard ist eine visuelle Übersicht wichtiger Kennzahlen und Entwicklungen auf einer Bildschirmseite, meist automatisch aktualisiert. Ein Klinik-Dashboard zeigt zum Beispiel Belegung, Verweildauer und Aufnahmen je Station, ein Praxis-Dashboard Auslastung und Terminausfälle.
Data Analytics ist die systematische Auswertung von Daten, um konkrete Fragen zu beantworten – von „Was ist passiert?“ bis „Was sollten wir tun?“ (Descriptive, Diagnostic, Predictive und Prescriptive Analytics). Eine Arztpraxis analysiert so etwa Terminausfälle, ein Krankenhaus die Entwicklung der Verweildauer, eine Krankenkasse die Inanspruchnahme von Präventionsangeboten.
Ein Data Lake ist ein zentraler Speicher, der große Datenmengen in ihrem Rohformat aufnimmt – strukturiert, halbstrukturiert oder unstrukturiert – und erst bei der Nutzung aufbereitet. Ein Klinikverbund kann dort etwa Gerätedaten, Freitexte aus Befunden und Exporte aus verschiedenen Systemen gemeinsam ablegen.
Data Science verbindet Statistik, Informatik und Fachwissen, um aus Daten Erkenntnisse und Vorhersagen zu gewinnen; typische Methoden sind explorative Analysen, statistische Modelle und Machine Learning. Im Krankenhaus hilft sie etwa bei Prognosen zur Belegung, in der Krankenversicherung beim Erkennen von Mustern in Versorgungs- und Abrechnungsdaten.
Ein Data Warehouse ist eine zentrale Datenbank, in der Daten aus verschiedenen Quellsystemen bereinigt, vereinheitlicht und historisiert für Berichte und Analysen bereitstehen. Im Krankenhaus führt es zum Beispiel Daten aus KIS, ERP, Dienstplanung und Controlling zusammen, damit alle mit denselben Zahlen arbeiten.
Datenqualität beschreibt, wie vollständig, korrekt, aktuell und einheitlich Daten sind. Fehlen etwa Entlassdiagnosen im KIS oder sind Stationen in zwei Systemen unterschiedlich benannt, werden Auswertungen, Abrechnungen und KI-Modelle unzuverlässig.
Delta Lake ist ein quelloffenes Speicherformat, das Datentabellen in einem Data Lake um Transaktionen, Versionierung und Schemaprüfung erweitert. Für Gesundheitsdaten ist das wichtig, weil sich nachvollziehen lässt, welcher Datenstand zu welchem Zeitpunkt in einen Bericht eingeflossen ist.
Descriptive Analytics beantwortet die Frage „Was ist passiert?“ und fasst vergangene Daten in Kennzahlen, Tabellen und Diagrammen zusammen. Beispiele sind Fallzahlen und Verweildauer je Fachabteilung im letzten Monat, die Zahl der Patientenkontakte einer Praxis oder die Leistungsausgaben einer Krankenkasse je Quartal.
DevOps verbindet Softwareentwicklung und IT-Betrieb durch gemeinsame Verantwortung, automatisierte Tests und automatische Bereitstellung. Änderungen gelangen so schneller und sicherer in den Betrieb.
Diagnostic Analytics beantwortet die Frage „Warum ist es passiert?“ und sucht nach Ursachen für eine Entwicklung. Steigt etwa die Verweildauer einer Station, zeigt die Analyse vielleicht, dass sich Entlassungen vor dem Wochenende stauen oder Anschlussplätze in der Pflege fehlen.
Digital Health Analytics bezeichnet die systematische Auswertung von Daten aus Versorgung, Verwaltung und digitalen Gesundheitsanwendungen, um Qualität, Wirtschaftlichkeit und Planung im Gesundheitswesen zu verbessern – vom Krankenhaus über die Arztpraxis bis zur Krankenkasse.
Eine Dimension beschreibt eine Auswertungsperspektive, ein Measure eine auswertbare Größe. In einem Klinikbericht sind Fachabteilung, Monat, Standort oder Kostenträger Dimensionen, Fallzahl, Erlös und Verweildauer Measures – etwa „Fallzahl (Measure) je Fachabteilung (Dimension)“.
Drill-down bezeichnet den Wechsel von einer Übersicht zu detaillierteren Daten in einem Bericht oder Dashboard. Im Krankenhaus führt ein Klick etwa von der Gesamtauslastung des Hauses zur Fachabteilung, dann zur Station und schließlich zum einzelnen Tag.
Die DSGVO regelt den Schutz personenbezogener Daten in der EU. Gesundheitsdaten gehören zu den besonderen Kategorien personenbezogener Daten (Art. 9 DSGVO) und dürfen nur unter strengen Voraussetzungen verarbeitet werden.
Das E-Rezept ist die elektronische ärztliche Verordnung von Arzneimitteln über die Telematikinfrastruktur. Für verschreibungspflichtige Arzneimittel zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung ist es seit Januar 2024 verpflichtend.
Die elektronische Patientenakte ist eine von der Krankenkasse bereitgestellte digitale Akte, in der Befunde, Arztbriefe und Medikationsdaten gespeichert werden. Seit 2025 wird sie für gesetzlich Versicherte automatisch angelegt, sofern sie nicht widersprechen.
Endpoint Security schützt einzelne Endgeräte wie PCs, Laptops, Tablets und Smartphones vor Schadsoftware und unberechtigtem Zugriff. Im Gesundheitswesen betrifft das etwa Stationsrechner, Visitenwagen und Tablets in der Pflege, die Rechner am Empfang einer Arztpraxis sowie mobile Geräte im Außendienst einer Krankenkasse.
Ethical Hacking bezeichnet das erlaubte, vertraglich vereinbarte Angreifen von IT-Systemen mit den Methoden echter Angreifer, um Schwachstellen aufzudecken. Ein Krankenhaus beauftragt Ethical Hacker etwa, um zu prüfen, ob sich von einem öffentlich zugänglichen Patienten-WLAN aus Systeme der Verwaltung oder Medizingeräte erreichen lassen.
ETL und ELT bezeichnen Datenstrecken, die Daten aus Quellsystemen auslesen, umwandeln und in ein Zielsystem laden; bei ELT wird erst geladen und dann im Zielsystem umgewandelt. Im Krankenhaus holt eine solche Strecke zum Beispiel Falldaten aus dem KIS, vereinheitlicht Stationsbezeichnungen und lädt sie in das Data Warehouse.
Der Europäische Gesundheitsdatenraum ist ein EU-Rahmen (Verordnung (EU) 2025/327), der den grenzüberschreitenden Zugang zu Gesundheitsdaten für die Versorgung und ihre Nutzung für Forschung und Planung regelt. Seine Vorgaben gelten schrittweise.
FHIR ist ein Standard von HL7 International für den Austausch von Gesundheitsdaten über moderne Web-Schnittstellen. Daten werden in Bausteinen, den Ressourcen, beschrieben, etwa Patient, Befund oder Termin.
Fine-Tuning bezeichnet das Nachtrainieren eines vortrainierten KI-Modells mit eigenen Beispielen, damit es eine bestimmte Aufgabe oder einen bestimmten Stil besser beherrscht. Ein Krankenhaus könnte so ein Modell an den Aufbau seiner Arztbriefe anpassen, eine Krankenkasse an ihre Fachsprache; werden dafür Patienten- oder Versichertendaten genutzt, braucht es eine Rechtsgrundlage und meist eine Pseudonymisierung. Oft ist RAG der einfachere Weg.
Die gematik ist die Nationale Agentur für Digitale Medizin. Sie verantwortet die Telematikinfrastruktur und legt Vorgaben für Anwendungen wie ePA, E-Rezept und KIM fest.
Generative KI erzeugt neue Inhalte wie Texte, Bilder oder Programmcode auf Grundlage gelernter Muster; bekannte Beispiele sind ChatGPT, Claude oder Microsoft Copilot. In Klinik und Praxis entwirft sie zum Beispiel Arztbriefe, Zusammenfassungen und Patienteninformationen, in der Krankenversicherung Antwortschreiben an Versicherte – die Fachkraft prüft und gibt frei.
Das Gesundheitsdatennutzungsgesetz von 2024 erleichtert die Nutzung von Gesundheitsdaten für Forschung und Versorgungsverbesserung, unter anderem über das Forschungsdatenzentrum Gesundheit.
Als Halluzination bezeichnet man überzeugend formulierte, aber falsche oder erfundene Aussagen eines KI-Sprachmodells. Erfindet ein Modell etwa eine Diagnose im Entlassbrief, eine Medikamentendosis oder eine Leistungszusage der Krankenkasse, kann das ernste Folgen haben; KI-Ergebnisse müssen deshalb von Fachleuten geprüft werden, und Verfahren wie RAG verringern das Risiko.
HL7 ist eine Familie internationaler Standards für den Austausch von Daten zwischen Systemen im Gesundheitswesen. HL7 Version 2 ist in Krankenhäusern weit verbreitet, FHIR ist der neuere Standard.
Identity and Access Management regelt, wer sich an welchen Systemen anmelden darf und welche Rechte er dort hat – vom Eintritt bis zum Austritt einer Person. Im Krankenhaus stellt IAM sicher, dass Ärztinnen, Pflegekräfte und Verwaltung nur auf die Daten zugreifen, die sie für ihre Aufgabe brauchen, und dass Zugänge ausgeschiedener Mitarbeitender oder externer Dienstleister zeitnah gesperrt werden.
Incident Response bezeichnet das geplante Vorgehen bei einem Sicherheitsvorfall: erkennen, eindämmen, beseitigen, wiederherstellen und daraus lernen. Im Krankenhaus gehört dazu auch, die Versorgung ohne IT fortzuführen (etwa mit Papierdokumentation) und erhebliche Vorfälle als NIS2-Einrichtung innerhalb von 24 Stunden an das BSI zu melden.
Informationssicherheit schützt Informationen in jeder Form – digital, auf Papier oder im Gespräch – in Bezug auf Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit. Sie ist weiter gefasst als IT-Sicherheit und umfasst im Krankenhaus etwa auch Patientenakten auf Papier, Gespräche am Stationstresen oder den Umgang mit Ausdrucken in der Arztpraxis.
Interoperabilität ist die Fähigkeit verschiedener Systeme, Daten auszutauschen und gleich zu verstehen. Sie ist Voraussetzung dafür, dass Informationen nicht mehrfach erfasst werden müssen.
Ein ISMS ist ein System aus Regeln, Verantwortlichkeiten und Abläufen, mit dem eine Organisation Informationssicherheit dauerhaft plant, umsetzt, prüft und verbessert. Krankenhäuser bauen ihr ISMS häufig auf dem B3S Krankenhaus oder auf ISO 27001 auf, Krankenkassen meist auf ISO 27001 oder dem IT-Grundschutz.
ISO/IEC 27001 ist die internationale Norm für Informationssicherheits-Managementsysteme, nach der sich Organisationen zertifizieren lassen können. Im Gesundheitswesen nutzen sie etwa Klinikverbünde, Krankenkassen und IT-Dienstleister, um ihre Informationssicherheit nachzuweisen.
IT-Forensik ist die gerichtsfeste Sicherung und Untersuchung digitaler Spuren nach einem Sicherheitsvorfall. Nach einem Angriff auf ein Krankenhaus oder eine Arztpraxis klärt sie, wie die Angreifer eingedrungen sind, welche Systeme betroffen sind und ob Patientendaten abgeflossen sind – wichtig für Wiederherstellung, Meldepflichten und Strafverfolgung.
Der IT-Grundschutz des BSI ist eine Methodik mit Standards und einem Kompendium von Bausteinen, mit denen Organisationen Informationssicherheit systematisch aufbauen. Er enthält auch Bausteine, die für Gesundheitseinrichtungen wichtig sind, etwa zu Netzen, Clients und Notfallmanagement; eine ISO-27001-Zertifizierung auf Basis von IT-Grundschutz ist möglich.
IT-Sicherheit schützt IT-Systeme und die darin verarbeiteten Daten vor Ausfall, Manipulation und unberechtigtem Zugriff. § 391 SGB V verpflichtet Krankenhäuser ausdrücklich zu IT-Sicherheit nach dem Stand der Technik; auch Arztpraxen müssen nach der IT-Sicherheitsrichtlinie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Mindestanforderungen erfüllen.
Eine Kennzahl ist ein messbarer Wert, der einen Sachverhalt in einer Zahl ausdrückt. Im Gesundheitswesen sind das etwa Fallzahl, Verweildauer und Bettenauslastung im Krankenhaus, Wartezeit auf einen Termin in der Arztpraxis oder Leistungsausgaben je Versicherten in der Krankenkasse.
Das Krankenhauszukunftsgesetz von 2020 förderte über den Krankenhauszukunftsfonds die Digitalisierung von Krankenhäusern, etwa digitale Dokumentation, Patientenportale und IT-Sicherheit. Mindestens 15 Prozent der Fördermittel waren für IT-Sicherheit vorgesehen.
Ein KI-Agent ist ein KI-System, das eine Aufgabe in mehreren Schritten selbstständig plant und dafür Werkzeuge nutzt, etwa Suchfunktionen, Kalender oder Fachanwendungen. In einer Arztpraxis könnte ein Agent freie Termine suchen und eine Terminanfrage vorbereiten, in einer Krankenkasse Unterlagen zu einem Antrag zusammenstellen; wichtige Entscheidungen und Freigaben bleiben beim Menschen.
KI-Kompetenz bezeichnet das Wissen und die Fähigkeiten, KI-Systeme sachkundig einzusetzen und ihre Chancen und Risiken einzuschätzen. Nach Artikel 4 der EU-KI-Verordnung müssen Betreiber von KI-Systemen – also auch Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Krankenkassen, die KI nutzen – seit Februar 2025 für ausreichende KI-Kompetenz ihres Personals sorgen.
Die KI-Verordnung (Verordnung (EU) 2024/1689) regelt Entwicklung und Einsatz von KI in der EU nach Risikoklassen. Sie ist seit August 2024 in Kraft, ihre Pflichten gelten gestaffelt. KI in Medizinprodukten, etwa zur Diagnoseunterstützung, gilt häufig als Hochrisiko-KI; für Krankenhäuser, Praxen und Krankenkassen, die KI einsetzen, gelten unter anderem Pflichten zu KI-Kompetenz und Transparenz.
KIM ist ein sicherer E-Mail-Dienst in der Telematikinfrastruktur, über den Praxen, Krankenhäuser und Krankenkassen Arztbriefe und andere Dokumente verschlüsselt austauschen.
Ein KIS ist die zentrale Software eines Krankenhauses für Patientenverwaltung, Dokumentation, Leistungserfassung und Abrechnung.
Ein KPI ist eine besonders wichtige Kennzahl, die den Fortschritt bei einem konkreten Ziel misst. Ein Krankenhaus steuert zum Beispiel mit Bettenauslastung, Case Mix Index oder Wartezeit auf einen OP-Termin, eine Pflegeeinrichtung mit Belegungsquote, eine Krankenkasse mit der Bearbeitungsdauer von Anträgen.
KRITIS sind Einrichtungen, deren Ausfall erhebliche Folgen für die Versorgung der Bevölkerung hätte. Im Gesundheitswesen galten nach der bisherigen BSI-Kritisverordnung unter anderem Krankenhäuser ab 30.000 vollstationären Fällen pro Jahr als kritische Anlagen.
Das KRITIS-Dachgesetz regelt seit März 2026 die physische Resilienz kritischer Anlagen, etwa gegen Naturgefahren, Sabotage oder Stromausfall. Es ergänzt das BSI-Gesetz, das die Cybersicherheit regelt.
Künstliche Intelligenz bezeichnet Computersysteme, die Aufgaben lösen, für die bisher menschliche Intelligenz nötig war, etwa Sprache verstehen, Muster erkennen oder Vorhersagen treffen. Im Gesundheitswesen hilft KI zum Beispiel bei Dokumentation und Arztbriefen im Krankenhaus, bei der Organisation in der Arztpraxis, bei der Belegungsplanung in Klinik und Pflege oder bei der Bearbeitung von Anträgen in der Krankenversicherung.
Ein Lakehouse verbindet die günstige, flexible Speicherung eines Data Lakes mit der Struktur und Verlässlichkeit eines Data Warehouse, sodass dieselben Daten Berichten, Data Science und KI dienen. Ein Klinikverbund kann so Controlling-Berichte und Prognosemodelle auf einer gemeinsamen Datenbasis betreiben.
Ein Large Language Model ist ein großes Sprachmodell, das mit sehr vielen Texten trainiert wurde und Texte verstehen, zusammenfassen und erzeugen kann; LLMs sind die Grundlage von Chatbots und KI-Assistenten. Krankenversicherungen nutzen LLMs etwa, um Versichertenanfragen vorzusortieren, Krankenhäuser und Praxen, um lange Befunde zusammenzufassen oder Entwürfe für Arztbriefe zu erstellen.
Machine Learning ist ein Teilgebiet der KI, bei dem Modelle Zusammenhänge aus Daten lernen, statt fest programmiert zu werden. Krankenhäuser nutzen es etwa für Prognosen zu Aufnahmen und Belegung, Krankenkassen zum Erkennen auffälliger Abrechnungen.
Malware-Analyse ist die Untersuchung von Schadsoftware, um ihre Funktionsweise, Verbreitung und Ziele zu verstehen. Nach einem Ransomware-Angriff auf ein Krankenhaus zeigt sie etwa, welche Systeme die Schadsoftware befallen kann und woran sich weitere infizierte Rechner erkennen lassen.
Ein Medizinprodukt ist ein Produkt mit medizinischer Zweckbestimmung, etwa zur Diagnose oder Behandlung von Krankheiten. Auch Software kann ein Medizinprodukt sein; dann gelten die Anforderungen der EU-Medizinprodukteverordnung (MDR).
Bei der Multi-Faktor-Authentifizierung wird die Anmeldung mit mindestens zwei unabhängigen Merkmalen bestätigt, etwa Passwort und Code auf dem Smartphone. Sie schützt wirksam vor gestohlenen Passwörtern, besonders bei Fernzugängen von Dienstleistern ins Krankenhausnetz, bei E-Mail-Konten und bei Zugängen zu Abrechnungssystemen.
Netzsegmentierung teilt ein Netzwerk in getrennte Bereiche, die nur kontrolliert miteinander kommunizieren dürfen. Im Krankenhaus werden so etwa Medizingeräte, Verwaltung, Haustechnik und Patienten-WLAN getrennt, damit sich ein Angriff nicht ungehindert im gesamten Netz ausbreitet.
Netzwerksicherheit umfasst Maßnahmen, die Datenverbindungen und Netzwerke vor Angriffen, Abhören und Ausfall schützen, etwa Firewalls, Segmentierung, sichere Fernzugänge und Überwachung. In Gesundheitseinrichtungen ist sie besonders anspruchsvoll, weil viele vernetzte Medizingeräte mit veralteter Software im Netz hängen und die Anbindung an die Telematikinfrastruktur abgesichert werden muss.
NIS2 ist die EU-Richtlinie 2022/2555 für ein hohes gemeinsames Cybersicherheitsniveau. In Deutschland gilt sie seit dem 6. Dezember 2025 über das BSI-Gesetz: Einrichtungen des Sektors Gesundheit ab 50 Beschäftigten oder 10 Mio. Euro Umsatz und Bilanzsumme müssen sich registrieren, Risikomanagement betreiben und Vorfälle melden.
Open-Source-Software ist Software, deren Quellcode offen ist und unter einer Lizenz genutzt, geprüft und verändert werden darf. Beispiele sind Linux, PostgreSQL und Apache Spark.
Ein Penetrationstest ist ein kontrollierter, vorher vereinbarter Angriff auf IT-Systeme, um Schwachstellen zu finden, bevor Angreifer sie ausnutzen; Ergebnis ist ein Bericht mit bewerteten Schwachstellen und Empfehlungen. Krankenhäuser lassen so etwa ihr Netz, Patientenportale oder Fernzugänge prüfen, Krankenkassen ihre Versichertenportale und Apps.
Phishing sind gefälschte E-Mails, Nachrichten oder Websites, mit denen Angreifer Zugangsdaten stehlen oder Schadsoftware einschleusen wollen. Im Gesundheitswesen tarnen sie sich etwa als Befund eines Labors, als Rechnung eines Medizinprodukte-Lieferanten oder als Nachricht der Krankenkasse – und sind einer der häufigsten Einstiegswege für Angriffe.
Power BI ist eine Business-Intelligence-Software von Microsoft für Datenmodelle, Berichte und Dashboards. Im Gesundheitswesen wird sie häufig für Controlling, Belegung und Leistungsdaten im Krankenhaus sowie für Auswertungen in Praxen, Pflegeeinrichtungen und Krankenkassen eingesetzt.
Predictive Analytics beantwortet die Frage „Was wird wahrscheinlich passieren?“ und nutzt dafür historische Daten und statistische Modelle. Krankenhäuser sagen so etwa Aufnahmen und Belegung der nächsten Tage voraus, Pflegeeinrichtungen den Personalbedarf, Krankenkassen die Entwicklung der Leistungsausgaben.
Prescriptive Analytics beantwortet die Frage „Was sollten wir tun?“ und leitet aus Analysen und Prognosen konkrete Handlungsempfehlungen ab. Ein Krankenhaus erhält etwa Vorschläge, wie OP-Säle und Betten bei erwarteter Belegung verteilt werden sollten; die Entscheidung bleibt bei den Verantwortlichen.
Ein Prompt ist die Eingabe, mit der ein KI-Sprachmodell eine Aufgabe erhält. Klare Prompts mit Kontext, Rolle und gewünschtem Format verbessern die Ergebnisse deutlich – etwa: „Fasse diesen Entlassbrief für die weiterbehandelnde Hausarztpraxis in fünf Stichpunkten zusammen.“ Patientendaten gehören nur in Systeme, die dafür datenschutzrechtlich freigegeben sind.
Pseudonymisierung ersetzt Namen und andere direkte Kennzeichen durch ein Pseudonym, sodass Daten ohne Zusatzwissen keiner Person mehr zugeordnet werden können. So lassen sich Patienten- oder Versichertendaten für Auswertungen nutzen; anders als anonymisierte Daten bleiben pseudonymisierte Daten aber personenbezogen im Sinne der DSGVO.
Ein PVS ist die zentrale Software einer Arztpraxis oder eines MVZ für Termine, Dokumentation, Abrechnung und die Anbindung an die Telematikinfrastruktur.
Ransomware ist Schadsoftware, die Daten verschlüsselt und für die Freigabe Lösegeld verlangt; oft drohen die Angreifer zusätzlich mit der Veröffentlichung gestohlener Daten. In Krankenhäusern und Arztpraxen kann ein solcher Angriff die Versorgung über Tage beeinträchtigen, weil Patientenakten, Labor und Bildgebung nicht mehr verfügbar sind.
Red Teaming ist eine umfassende, realistische Angriffssimulation, bei der ein Red Team über längere Zeit versucht, wie echte Angreifer ein vereinbartes Ziel zu erreichen – technisch, per Phishing oder auch vor Ort. Ein Klinikverbund prüft damit etwa, ob seine Abwehr einen Angriff auf das KIS rechtzeitig erkennt und stoppt, nicht nur, ob einzelne Schwachstellen bestehen.
Retrieval Augmented Generation ist ein Verfahren, bei dem ein Sprachmodell vor der Antwort passende Abschnitte aus eigenen Dokumenten sucht und seine Antwort darauf stützt. So beantwortet ein KI-Assistent im Krankenhaus Fragen zu Hygieneplänen und Verfahrensanweisungen, in der Krankenkasse Fragen zu Leistungsrichtlinien – jeweils mit Angabe der Quelle.
Schwachstellenmanagement ist der fortlaufende Prozess, Sicherheitslücken in Systemen zu finden, zu bewerten und zu beheben, etwa durch Scans, Updates und Ausgleichsmaßnahmen. Im Krankenhaus ist es besonders anspruchsvoll, weil Medizingeräte oft nicht einfach aktualisiert werden dürfen und dann zum Beispiel durch Netzsegmentierung geschützt werden müssen.
Security Awareness bezeichnet das Bewusstsein der Mitarbeitenden für Informationssicherheit und ihr sicheres Verhalten im Alltag. In Klinik, Praxis und Pflege stärken Schulungen und Übungen – etwa simulierte Phishing-Mails – das Erkennen von Angriffen; § 391 SGB V verlangt von Krankenhäusern ausdrücklich Maßnahmen zur Sensibilisierung der Beschäftigten.
Ein Security Operations Center ist eine Einheit, die IT-Systeme rund um die Uhr auf Angriffe überwacht, Warnmeldungen bewertet und bei Vorfällen eingreift. Weil kaum ein Krankenhaus oder eine Arztpraxis ein eigenes SOC rund um die Uhr besetzen kann, wird diese Aufgabe häufig an spezialisierte Dienstleister vergeben oder im Klinikverbund gebündelt.
Self-Service-BI ermöglicht Fachbereichen, eigene Auswertungen auf einer geprüften Datenbasis zu erstellen, ohne für jede Frage die IT einzubinden. Pflegedienstleitung oder Medizincontrolling eines Krankenhauses beantworten so ihre Fragen selbst, statt auf einen Bericht zu warten.
Ein Sprachmodell ist ein KI-Modell, das Sprache verarbeitet, indem es berechnet, welche Wörter in einem Zusammenhang wahrscheinlich folgen; sehr große Sprachmodelle heißen Large Language Models (LLM). Im Gesundheitswesen übersetzen Sprachmodelle etwa Fachsprache in verständliche Patienteninformationen, unterstützen die Dokumentation in Klinik und Pflege oder werten Freitexte in Anträgen an die Krankenkasse aus.
Stream Processing ist die fortlaufende Verarbeitung eintreffender Daten, sobald sie entstehen, statt in nächtlichen Paketen. Im Krankenhaus kann so etwa die aktuelle Auslastung der Notaufnahme laufend angezeigt oder eine Störungsmeldung eines Geräts sofort weitergeleitet werden.
Die Telematikinfrastruktur ist das sichere Netz des deutschen Gesundheitswesens. Über sie laufen Anwendungen wie die elektronische Patientenakte, das E-Rezept und KIM.
Threat Hunting ist die aktive Suche nach Angreifern, die bereits unbemerkt in ein Netzwerk eingedrungen sind, statt nur auf Warnmeldungen zu warten. Im Krankenhaus sucht ein Threat Hunter etwa nach ungewöhnlichen Anmeldungen außerhalb der Dienstzeiten oder nach auffälligem Datenverkehr aus dem Medizingerätenetz.
Threat Intelligence sind aufbereitete Informationen über aktuelle Bedrohungen, Angreifergruppen und deren Methoden. Krankenhäuser und Krankenkassen nutzen sie etwa, um früh zu erfahren, welche Ransomware-Gruppen gerade das Gesundheitswesen angreifen, und ihre Abwehr gezielt darauf auszurichten; Quellen sind unter anderem Warnmeldungen des BSI.
Ein Token ist die kleinste Texteinheit, die ein Sprachmodell verarbeitet, oft ein Wort oder ein Wortteil. Die Zahl der Token bestimmt, wie viel Text ein Modell auf einmal berücksichtigen kann, und bei vielen Anbietern auch die Kosten – lange Krankenakten oder umfangreiche Leistungsakten einer Krankenkasse müssen deshalb unter Umständen in Abschnitten verarbeitet werden.
Die 3 V beschreiben, was Big Data ausmacht: Volume (Datenmenge), Velocity (Geschwindigkeit, mit der Daten entstehen und verarbeitet werden) und Variety (Vielfalt der Datenformen). Im Gesundheitswesen sind das etwa die Bilddaten einer Radiologie oder die Abrechnungsdaten von Millionen Versicherten (Volume), laufend eintreffende Gerätedaten auf der Intensivstation (Velocity) sowie Laborwerte, Arztbriefe als Freitext und Bilder nebeneinander (Variety).
Verteilte Verarbeitung teilt eine Datenverarbeitung auf mehrere Rechner auf, die parallel arbeiten, etwa mit Apache Spark. So kann eine Krankenkasse die Abrechnungsdaten von Millionen Versicherten in kurzer Zeit auswerten, für die ein einzelner Server Tage bräuchte.
Zero Trust ist ein Sicherheitsansatz, bei dem keinem Gerät und keiner Person automatisch vertraut wird, auch nicht im eigenen Netz; jeder Zugriff wird geprüft und nur so weit erlaubt wie nötig. Im Krankenhaus heißt das etwa, dass auch ein Stationsrechner oder ein Wartungszugang eines Medizingeräteherstellers nur auf genau die Systeme zugreifen darf, die er braucht.
§ 391 SGB V verpflichtet Krankenhäuser, angemessene Vorkehrungen für die IT-Sicherheit nach dem Stand der Technik zu treffen und ihre Beschäftigten zu sensibilisieren. Die Vorschrift hieß früher § 75c SGB V.
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