Healthcare-Security – Patientendaten, Systeme und Versorgung sicher schützen

  • Dauer: 3 Tage
  • Niveau: Fortgeschrittener
  • Sprache: Deutsch
  • Preis: 1.995 € zzgl. MwSt.
  • Bescheinigung und digitales Badge

Worum es geht

In dieser 3-tägigen Schulung „Healthcare-Security – Patientendaten, Systeme und Versorgung sicher schützen“ lernen Sie die besonderen Anforderungen an IT-Sicherheit und Cybersicherheit im Gesundheitswesen kennen. Gesundheitseinrichtungen verarbeiten nicht nur besonders schützenswerte personenbezogene und medizinische Daten, sondern sind gleichzeitig in hohem Maß von funktionierenden IT-Systemen abhängig. Cyberangriffe können deshalb neben Datenschutzverletzungen und wirtschaftlichen Schäden auch direkte Auswirkungen auf medizinische Prozesse, Versorgungssicherheit und Patientensicherheit haben.

Sie erhalten einen praxisorientierten Überblick über die aktuelle Bedrohungslage im Gesundheitswesen und typische Angriffsszenarien wie Ransomware, Phishing, Identitätsdiebstahl, kompromittierte Benutzerkonten, Angriffe auf medizinische IT-Systeme sowie Risiken durch externe Dienstleister und Lieferketten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der digitalen Gesundheitsinfrastruktur und den damit verbundenen Angriffsflächen. Betrachtet werden unter anderem Krankenhausinformationssysteme (KIS), Praxisverwaltungssysteme (PVS), Telematikinfrastruktur (TI), elektronische Patientenakte (ePA), KIM, Labor- und Diagnostiksysteme, Cloud- und SaaS-Dienste sowie vernetzte Medizintechnik und Internet of Medical Things (IoMT).

Darüber hinaus lernen Sie die für Einrichtungen des Gesundheitswesens relevanten regulatorischen und organisatorischen Anforderungen kennen. Dazu gehören insbesondere DSGVO, Anforderungen aus dem SGB V, NIS-2 beziehungsweise die entsprechenden nationalen Umsetzungsanforderungen, KRITIS, das KRITIS-Dachgesetz sowie branchenspezifische Sicherheitsstandards wie der B3S „Medizinische Versorgung“. Auch Anforderungen an Medizintechnik und Medizinprodukte werden im Zusammenhang mit Cybersecurity und Betreiberverantwortung eingeordnet.

Dabei steht nicht die juristische Detailbetrachtung im Vordergrund. Entscheidend ist vielmehr die Frage, welche praktischen Auswirkungen regulatorische Anforderungen auf Organisation, Risikomanagement, technische Sicherheitsmaßnahmen, Verantwortlichkeiten und den sicheren Betrieb einer Gesundheitseinrichtung haben.

Anhand konkreter Healthcare-Szenarien übertragen die Teilnehmer die Inhalte auf die Praxis. Sie identifizieren kritische Daten, Systeme und Prozesse, bewerten Risiken und entwickeln geeignete Sicherheitsmaßnahmen.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Verbindung zwischen klassischer Informationssicherheit und den besonderen Anforderungen des Gesundheitswesens:

Cybersecurity → IT-Verfügbarkeit → medizinische Prozesse → Versorgungssicherheit → Patientensicherheit

Zum Abschluss entwickeln die Teilnehmer anhand eines zusammenhängenden Szenarios eine vereinfachte Healthcare-Security-Roadmap mit priorisierten Maßnahmen für Organisation und IT. Anhand konkreter Healthcare-Szenarien übertragen Sie die Inhalte auf die Praxis und entwickeln erste Ansätze für ein angemessenes Sicherheits- und Schutzkonzept.

Für wen

Die Schulung richtet sich insbesondere an:

  • IT-Leiter, IT-Verantwortliche und IT-Mitarbeiter in Krankenhäusern, Arztpraxen und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens
  • Verantwortliche für Digitalisierung, E-Health und digitale Transformation
  • Informationssicherheitsbeauftragte und Security-Verantwortliche
  • Datenschutz-, Compliance- und Risikomanager mit Bezug zur Informationssicherheit
  • Verantwortliche für Krankenhausinformationssysteme (KIS)
  • Verantwortliche für Praxisverwaltungssysteme (PVS)
  • Verantwortliche für Telematikinfrastruktur (TI), ePA und KIM
  • Verantwortliche für medizinische IT-Systeme
  • Verantwortliche für Medizintechnik und vernetzte medizinische Systeme
  • Projekt- und Prozessverantwortliche für digitale Gesundheitsanwendungen
  • Fach- und Führungskräfte, die Sicherheitsanforderungen bewerten oder entsprechende Maßnahmen initiieren
  • IT-Dienstleister und Berater mit Kunden aus dem Gesundheitswesen

Inhalte

Healthcare-Security – Besonderheiten und Bedrohungslage
  • Warum ist IT-Sicherheit im Gesundheitswesen besonders?
  • Gesundheitsdaten als besonders schützenswerte Informationen
  • Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit
  • Versorgungssicherheit und Patientensicherheit als zusätzliche Schutzgüter
  • Abhängigkeit medizinischer Prozesse von IT-Systemen
  • Aktuelle Cyberbedrohungen im Gesundheitswesen
  • Ransomware und Cyber-Erpressung
  • Phishing und Social Engineering
  • Identitätsdiebstahl und kompromittierte Benutzerkonten
  • Angriffe auf medizinische IT-Systeme
  • Angriffe auf Internetzugänge und externe Dienste
  • Risiken durch externe Dienstleister
  • Supply-Chain-Angriffe und Abhängigkeiten
  • Security Awareness im Gesundheitswesen
  • Typische organisatorische und technische Schwachstellen
Die digitale Gesundheitsinfrastruktur als Angriffsfläche
  • Überblick über die IT-Landschaft im Gesundheitswesen
  • Krankenhausinformationssysteme (KIS)
  • Praxisverwaltungssysteme (PVS)
  • Telematikinfrastruktur (TI)
  • Elektronische Patientenakte (ePA)
  • KIM und sichere Kommunikation
  • Digitale Gesundheitsanwendungen
  • Laborinformationssysteme
  • Radiologie-, Diagnostik- und Bildgebungssysteme
  • PACS, RIS und weitere medizinische Informationssysteme
  • Cloud- und SaaS-Dienste
  • Vernetzte Medizintechnik
  • Internet of Medical Things (IoMT)
  • Mobile Geräte und medizinische Endgeräte
  • Schnittstellen zwischen medizinischen Systemen
  • APIs und Systemintegration
  • Abhängigkeiten zwischen medizinischer und administrativer IT
  • Legacy-Systeme und nicht mehr unterstützte Betriebssysteme
  • Heterogene Systemlandschaften
  • Sicherheitsrisiken durch fehlende Segmentierung
Schutz von Gesundheitsdaten
  • Welche Daten sind besonders schützenswert?
  • Personenbezogene und medizinische Daten
  • Datenschutz und Informationssicherheit
  • Zugriffskontrolle und Berechtigungsmanagement
  • Rollen- und Rechtekonzepte
  • Authentifizierung und Multi-Faktor-Authentifizierung
  • Verschlüsselung bei Speicherung und Übertragung
  • Protokollierung und Nachvollziehbarkeit
  • Sichere Datenübertragung und Schnittstellen
  • Datenminimierung und Zweckbindung
  • Umgang mit Cloud- und externen Diensten
  • Datenschutz und Security bei KI-Anwendungen
  • Besondere Anforderungen bei Forschungs- und Analyseanwendungen
Regulatorik und Sicherheitsanforderungen im Gesundheitswesen
  • Überblick über die regulatorische Landschaft
  • DSGVO und Schutz von Gesundheitsdaten
  • NIS-2 und Anforderungen an betroffene Einrichtungen
  • KRITIS und kritische Einrichtungen im Gesundheitswesen
  • KRITIS-Dachgesetz
  • Branchenspezifischer Sicherheitsstandard (B3S)
  • Anforderungen an Risikomanagement und Sicherheitsorganisation
  • Melde- und Nachweispflichten
  • Verantwortlichkeiten von Management und Leitung
  • Anforderungen an Dienstleister und Lieferketten
  • Anforderungen an Cloud- und IT-Dienstleistungen
  • Zusammenspiel von Datenschutz, Informationssicherheit und Compliance
  • Praktische Auswirkungen regulatorischer Anforderungen auf Organisation und IT
Schutz von Gesundheitsdaten und Identitäten
  • Welche Daten sind besonders schützenswert?
  • Personenbezogene Daten
  • Gesundheits- und Behandlungsdaten
  • Datenschutz und Informationssicherheit
  • Zugriffskontrolle
  • Identity and Access Management
  • Benutzer-, Rollen- und Rechtekonzepte
  • Least-Privilege-Prinzip
  • Privileged Access Management
  • Authentifizierung
  • Multi-Faktor-Authentifizierung
  • Schutz privilegierter Benutzerkonten
  • Verschlüsselung gespeicherter Daten
  • Verschlüsselung bei der Datenübertragung
  • Protokollierung und Nachvollziehbarkeit
  • Audit Logging
  • Sichere Schnittstellen
  • Datenminimierung und Zweckbindung
  • Umgang mit externen Diensten
  • Cloud Security
  • Datenschutz und Security bei KI-Anwendungen
  • Schutz von Gesundheitsdaten bei Forschungs- und Analyseanwendungen
Regulatorik und Sicherheitsanforderungen im Gesundheitswesen
  • Überblick über die regulatorische Landschaft
  • DSGVO und Schutz von Gesundheitsdaten
  • Technische und organisatorische Maßnahmen
  • Anforderungen aus dem SGB V
  • IT-Sicherheitsanforderungen für Praxen und weitere Leistungserbringer
  • Anforderungen an Krankenhäuser
  • NIS-2 und nationale Umsetzungsanforderungen
  • Betroffenheit von Einrichtungen des Gesundheitswesens
  • KRITIS und kritische Einrichtungen
  • KRITIS-Dachgesetz
  • Branchenspezifische Sicherheitsstandards
  • B3S „Medizinische Versorgung“
  • Anforderungen an Medizintechnik und Medizinprodukte
  • Cybersecurity und Betreiberverantwortung
  • Risikomanagement
  • Sicherheitsorganisation
  • Verantwortlichkeiten der Leitung und des Managements
  • Melde- und Nachweispflichten
  • Anforderungen an externe Dienstleister
  • Anforderungen an Lieferketten
  • Anforderungen an Cloud- und IT-Dienstleistungen
  • Zusammenspiel von Datenschutz, Informationssicherheit, Risikomanagement und Compliance
  • Praktische Auswirkungen regulatorischer Anforderungen auf Organisation und IT
Praxisübung: Regulatorische Anforderungen bewerten

Anhand einer beispielhaften Gesundheitseinrichtung identifizieren die Teilnehmer relevante regulatorische Anforderungen. Gemeinsam wird bewertet:

  • Welche Anforderungen könnten für die Organisation relevant sein?
  • Welche Systeme und Prozesse sind betroffen?
  • Welche organisatorischen Maßnahmen sind erforderlich?
  • Welche technischen Maßnahmen ergeben sich daraus?
  • Welche Verantwortlichkeiten müssen definiert werden?
  • Wo bestehen mögliche Handlungsfelder?
Sicherheitskonzepte für Healthcare-IT
  • Schutzbedarfsanalyse
  • Risikoanalyse
  • Identifikation kritischer Geschäfts- und Versorgungsprozesse
  • Identifikation kritischer Systeme
  • Asset Management
  • Sicherheitszonen
  • Netzwerksegmentierung
  • Trennung medizinischer und administrativer Systeme
  • Segmentierung von Medizintechnik und IoMT
  • Zero-Trust-Prinzipien
  • Identity and Access Management
  • Endpoint Security
  • Serversicherheit
  • Schwachstellenmanagement
  • Patchmanagement
  • Umgang mit schwer oder nicht patchbaren medizinischen Systemen
  • Kompensierende Sicherheitsmaßnahmen
  • Backup und Recovery
  • Immutable und Offline Backups
  • Monitoring und Protokollierung
  • Security Monitoring
  • Schutz medizinischer Geräte
  • Absicherung von IoMT
  • Absicherung von APIs und Schnittstellen
  • Security by Design
  • Sichere Einführung neuer digitaler Anwendungen
  • Cloud Security
  • Umgang mit externen IT- und Cloud-Dienstleistern
  • Anforderungen an Lieferanten
  • Third-Party Risk Management
  • Sicherheitskonzepte für hybride IT-Landschaften

Der Schwerpunkt liegt auf der Übertragung etablierter Security-Prinzipien auf die besonderen Bedingungen des Gesundheitswesens. Eine detaillierte technische Einführung in einzelne Security-Produkte oder Technologien ist nicht Bestandteil der Schulung.

Incident Response und Versorgungssicherheit
  • Sicherheitsvorfälle erkennen
  • Sicherheitsvorfälle bewerten
  • Incident Response im Gesundheitswesen
  • Vorbereitung auf Cybervorfälle
  • Rollen und Verantwortlichkeiten
  • Eindämmung von Cyberangriffen
  • Isolation kompromittierter Systeme
  • Kommunikation während eines Sicherheitsvorfalls
  • Interne und externe Eskalation
  • Meldepflichten und regulatorische Anforderungen
  • Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern
  • Forensik und Beweissicherung
  • Business Continuity Management
  • Disaster Recovery
  • IT-Notfallmanagement
  • Notbetrieb bei Ausfall zentraler Systeme
  • Aufrechterhaltung medizinischer Prozesse
  • Kritische Abhängigkeiten zwischen IT und medizinischer Versorgung
  • Wiederanlauf kritischer Systeme
  • Priorisierung der Wiederherstellung
  • Wiederherstellung nach Ransomware-Angriffen
  • Lessons Learned
  • Kontinuierliche Verbesserung
Szenario: Ransomware im Krankenhaus

Ein Krankenhaus wird durch einen Ransomware-Angriff erheblich beeinträchtigt.

Die Teilnehmer analysieren:

  • Welche Systeme sind besonders kritisch?
  • Welche medizinischen Prozesse sind betroffen?
  • Welche Systeme müssen sofort isoliert werden?
  • Welche Maßnahmen sind unmittelbar erforderlich?
  • Welche Verantwortlichen müssen eingebunden werden?
  • Welche Kommunikationswege werden benötigt?
  • Welche regulatorischen Meldepflichten können bestehen?
  • Welche Systeme müssen zuerst wiederhergestellt werden?
  • Wie kann die medizinische Versorgung während des IT-Ausfalls aufrechterhalten werden?
  • Welche Maßnahmen hätten den Angriff verhindern oder seine Auswirkungen reduzieren können?
Security und zukünftige Entwicklungen
  • Cloud und digitale Gesundheitsplattformen
  • Zunehmende Vernetzung medizinischer Systeme
  • IoMT und vernetzte Medizintechnik
  • Mobile Work und Remote Work
  • Remote-Zugriffe auf medizinische Systeme
  • KI-Anwendungen im Gesundheitswesen
  • Generative KI
  • Neue Angriffsvektoren durch KI
  • KI-gestütztes Social Engineering
  • Schutz von KI-Systemen
  • Umgang mit Gesundheitsdaten in KI-Systemen
  • Security by Design bei digitalen Gesundheitsanwendungen
  • Zero Trust
  • Automatisierung der Security
  • Zukünftige Anforderungen an Cyberresilienz
  • Weiterentwicklung regulatorischer Anforderungen
Praxisworkshop: Healthcare-Security bewerten

Zum Abschluss bearbeiten die Teilnehmer ein zusammenhängendes Szenario einer beispielhaften Gesundheitseinrichtung. Dabei werden:

  • kritische Daten identifiziert
  • kritische medizinische und administrative Prozesse identifiziert
  • relevante IT-Systeme und medizinische Systeme erfasst
  • Bedrohungen bewertet
  • Schwachstellen identifiziert
  • Schutzbedarf bestimmt
  • regulatorische Anforderungen zugeordnet
  • technische und organisatorische Schutzmaßnahmen entwickelt
  • Maßnahmen priorisiert
  • Verantwortlichkeiten betrachtet
  • Anforderungen an Dienstleister bewertet
  • Incident-Response-Maßnahmen festgelegt
  • Notfall- und Wiederanlaufmaßnahmen betrachtet
  • offene Handlungsfelder identifiziert
  • nächste Schritte definiert
Ergebnis

Als Ergebnis entsteht eine vereinfachte Healthcare-Security-Roadmap für die betrachtete Organisation. Die Teilnehmer erhalten damit ein strukturiertes Vorgehensmodell, mit dem sie auch in der eigenen Organisation die wesentlichen Fragestellungen bearbeiten können:

  • Was müssen wir schützen?
  • Wovor müssen wir es schützen?
  • Welche regulatorischen Anforderungen betreffen uns?
  • Welche Risiken sind besonders kritisch?
  • Welche Schutzmaßnahmen sind erforderlich?
  • Was tun wir bei einem erfolgreichen Cyberangriff?
  • Wie stellen wir die medizinische Versorgung trotz eines IT-Ausfalls sicher?
  • Welche Maßnahmen müssen wir als Nächstes priorisieren?

Voraussetzungen

  • Grundkenntnisse der IT sowie ein grundlegendes Verständnis digitaler Prozesse sind hilfreich.
  • Spezielle Kenntnisse in einzelnen Security-Technologien, medizinischer IT oder regulatorischen Rahmenwerken werden nicht vorausgesetzt.
  • Die Schulung ist keine juristische Ausbildung und keine technische Produktschulung. Der Schwerpunkt liegt auf dem Verständnis relevanter Risiken und der praktischen Umsetzung etablierter Security-Prinzipien im Gesundheitswesen.

Methode

Die Schulung bietet Ihnen eine ausgewogene Mischung aus Theorie und Praxis in einer erstklassigen Lernumgebung. Profitieren Sie vom direkten Austausch mit unseren projekterfahrenen Trainern und anderen Teilnehmern, um Ihren Lernerfolg zu maximieren.

Im Preis enthalten

  • Seminarunterlage
  • Schulungsumgebung (LAB)
  • Teilnahmebescheinigung und digitales Badge

Termine

Termine und Orte werden täglich aus dem Seminarkatalog aktualisiert, zuletzt am 19.10.2026.

Lassen Sie uns über Ihr Projekt sprechen.

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